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Gruppe Hotpot

Die Balance zwischen Umwelt & Gesundheit 

Rahel Luzi, Jillian Ho, Fabio Birrer, Diana Szasz 

In einer immer grösser werdenden Konsumgesellschaft werden Themen wie Nachhaltigkeit und Wohlbefinden heiss diskutiert. Doch oft ist es für manche Leute schwierig sich in der faktischen Welt zurecht zu finden, denn häufig sind die Tatsachen gar nicht so einleuchtend. Ein aktuell immer wiederkehrendes Thema ist die pflanzliche Milchalternative. Hält die Hafermilch-Verpackung wirklich das, was sie verspricht? Oder solltest du doch lieber frische Milch im Glas vom Bauern holen? Nun, wie bei vielen Problematiken gibt es keine konkrete Lösung. Dennoch will dieser Blogbeitrag einige Fakten nennen, welche dir beim nächsten Kaffeekränzchen einen Wissensvorsprung gewährleisten können. 

Milchalternativen sind doch viel zu teuer?!

Falls du beim Einkaufen ein wenig auf die Preise achtest, hast du bestimmt schon etwas bemerkt: Pflanzliche Milchalternativen sind teurer als konventionelle Milch. Auslöser für diesen Preisunterschied sind Entwicklungs- und Herstellungskosten.

Hafermilch ist im Vergleich zu Kuhmilch eine Neuheit und die Rezeptur je nachdem noch nicht ganz ausgereift. Hinzu kommt, dass die Entwicklung von Hafermilch mit hohen Margen verbunden ist, welche durch die vielen Unterhändler der einzelnen Bestandteile entsteht. Somit wird das Produkt mit jedem Weiterverkauf teurer und erreicht einen gewissen Preis, bevor es bei dir im Kaffee landet. Hingegen sind die meisten Menschen an den Geschmack von konventioneller Milch gewöhnt. Sie schmeckt uns gut, so wie sie ist — dementsprechend müssen die Produzenten auch nicht mehr viel daran ändern und die Entwicklungskosten bleiben tief.

1L Kuhmilch

1.65 CHF

1L Sojadrink

1.95 CHF

1L Bio-Vollmilch

1.80 CHF

1L Karma Bio-Haferdrink

2.95 CHF

 

Bei den Produktionskosten legt die konventionelle Milch einiges vor. Die Herstellung von tierischer Milch ist mit vielen Kosten verbunden. Diese beinhalten unter anderem die Kosten für Tierfutter, Tierhaltung, Verarbeitungsmaschinen, Lieferkosten und auch mehr Fläche und Wasser. Doch diese Kosten sind dank geringer Absatzmengen kein Problem für Grossproduzenten. Bei der Milchproduktion in der Schweiz spielen auch Subventionen eine grosse Rolle. Viele Milchbauern werden vom Staat finanziell unterstützt. Pflanzenhalter bekommen da schon etwas weniger Direktzahlungen. Pro Liter ist Kuhmilch also trotz allem günstiger in der Herstellung. Die Erzeugung von pflanzlicher Milch ist noch nicht so automatisiert wie die der herkömmlichen Milch, da man immer wieder mit den Produzenten der Rohstoffe neu verhandelt und sich auch teilweise neue Maschinen anschaffen muss.

Hinzu kommt, dass vegane Milch immer noch ein Nischenprodukt ist. Das heisst, es gibt immer noch mehr Leute die Kuhmilch kaufen als solche, die Hafermilch kaufen. Die Kosten der Produktion müssen also auf jede Person aufgeteilt werden, die Hafermilch kauft, wodurch der Preis für diese höher ist als für Geniesser der konventionellen Milch.

Kuhmilch macht die Knochen stark! Und Hafermilch? 
Abb. 1 Oatly Nährwerte

Abb. 1 Oatly Nährwerte

Als Kind hast du bestimmt viel Milch getrunken, und das nicht nur weil sie dir geschmeckt hat, sondern da die Kuhmilch auch eine natürliche Nährstoffquelle für viele essenzielle Mineralien und Vitamine ist. Genau diese Nährstoffe, die dich stark machen, fehlen in pflanzlicher Milch. Dabei ist es aber wichtig, dass wir zwischen organisch erzeugter und angereicherter Milch unterscheiden. Trinkst du ausschliesslich unangereicherte pflanzliche Milch, fallen viele wichtige Mineralien wie zum Beispiel die Vitamine D und B12, sowie Kalzium, weg. Doch um mit der Kuhmilch mithalten zu können, wird pflanzliche Milch mit genau diesen Nährstoffen aufgepeppt. Angereicherte Milch kann also sehr wohl mit konventioneller Milch mithalten.

Ein wesentlich negativer Aspekt der Kuhmilch ist Laktose, die vielen Leuten Probleme beim Verdauen bereitet. Pflanzliche Milch ist von Natur aus laktosefrei und bietet sich somit als perfekte Milchalternative für  Menschen mit Laktoseintoleranz.
Und wie sieht das aus mit der Ökobilanz und so?

Es ist schwierig zu sagen, welche Milch besser im Öko-Wettstreit abschneidet. Die Umwelteinflüsse sind von Milch zu Milch verschieden. Beispielsweise ist UHT analog zur Vollmilch klimafreundlicher, da die Milch durch die Pasteurisierung weniger gekühlt werden muss — dementsprechend wird auch weniger Kühlenergie aufgewendet. Bei der pflanzlichen Milch wirkt sich die Herkunft stark auf die Ökobilanz aus. Das Soja, das für Trinkmilch verwendet wird, stammt primär aus Kanada und Europa. Des Weiteren ist auch der Haferanbau in Europa weit verbreitet, sodass Hafer nicht aus anderen Kontinenten eingeflogen werden muss.

Doch wenn man genauer hinschaut, macht sich ein klarer Trend bemerkbar. Kuhmilch ist die klare Verliererin in puncto Emissionen. Mit etwa 1.303 kg CO2 pro Liter liegt sie beim CO2-Ausstoss deutlich über Hafermilch mit 0.76 kg CO2 pro Liter und Sojamilch mit 0.69 kg CO2 pro Liter pflanzlicher Milch. Die stattlichen Emissionen bei konventioneller Milch rührt von der Bewirtschaftungsart her. Maschinen, Kühe, Futter, usw. führen zu den grossen CO2 -Mengen. Anderseits schneidet Kuhmilch bezüglich Transportemissionen um Einiges besser ab. Sie wird sowohl lokal hergestellt, als auch lokal konsumiert. Pflanzliche Milch hingegen wird kaum in der Schweiz hergestellt und muss daher importiert werden.

Abb. 2 Umwelteinfluss verschiedener Milchsorten pro Liter

Ähnlich schlecht wie bei den Emissionen schneidet die Kuhmilch auch beim Wasserverbrauch ab. Sie hat mit 628 Liter Wasser pro Liter Milch einen erstaunlich hohen Verbrauch, denn für die Produktionsketten von Futter und anderen Landwirtschaftsunterstützenden Bereiche braucht es eine Grosse Menge an Wasser. Dabei darf das Trinkwasservolumen der Kuh, was circa 60 Liter/Tag ist, nicht unterschätzt werden.  Im Vergleich dazu brauchen Hafer- und Sojapflanzen weniger Wasser.

 

Ein weiterer Punkt betrifft die Beanspruchungsunterschiede auf Land pro resultierendem Liter Milch. 1 Liter Kuhmilch beansprucht 9m2, wobei Hafer- und Sojaproduktion weniger als 1m2 benötigt. Die hohe Landnutzung in der Viehzucht zieht noch weitere Probleme mit sich, wie die Bodenerosion, welche sich schädlich auf die Umwelt und auf das Klima auswirken.

 

Fazit

Nun, falls du gerne günstig einkaufst, ist Kuhmilch die bessere Option für dich. Auch wenn du dich ohne Zusatzstoffe natürlich, gesund und lokal ernähren willst, kannst du auf konventionelle Milch zurückgreifen, sofern du nicht laktoseintolerant bist. Sonst empfehle ich dir die pflanzliche Milchalternative sehr. Auch sie nährt dich gut und enthält wichtige Nährstoffe. Falls dir unser Klima am Herzen liegt, rate ich dir auf Kuhmilch zu verzichten, denn sie verursacht deutlich mehr Emissionen als pflanzliche Milch. Aber letztlich musst du selbst auswählen welche Milch dann in deinem Kaffee landet. 

Quellen

–        Vegane Gesellschaft Schweiz: «4 Gründe, weshalb Hafermilch noch immer teurer ist als Kuhmilch», in: vegan.ch, 08.04.2021, URL: https://vegan.ch/2021/04/4-gruende-weshalb-hafermilch-noch-immer-teurer-ist-als-kuhmilch/ , Abruf am 28.11.2021

 

–        Ryser, Mauro: “Finanzielle Mittel für Direktzahlung”, in: Agrarbericht 2021, URL: https://www.agrarbericht.ch/de/politik/direktzahlungen/finanzielle-mittel-fuer-direktzahlungen , Abruf am 28.11.2021

 

–        Dr. Zinke, Olaf: “Warum ist die vegane Hafermilch eigentlich dreimal so teuer wie Kuhmilch”, in: Internetseite Agrarheute, 10.09.2021, URL: https://www.agrarheute.com/markt/milch/vegane-hafermilch-eigentlich-dreimal-so-teuer-kuhmilch-585173 , Abruf am 28.11.2021

 

–        Schweizer Milchproduzenten SMP Genossenschaft: “Mittelherkunft & Mittelverwendung”, in: Internetseite Swissmilk, 2021, URL: https://www.swissmilk.ch/de/produzenten/ueber-uns/finanzierung/mittelherkunft-mittelverwendung/ , Abruf am 28.11.2021

 

–        Jenny, Markus: “(Keine) Kostenwahrheit in der Schweizer Nahrungsmittelproduktion”, in: Newsletter September 2020, Visionlandwirtschaft, S. 1-4.

 

–        Wyss, Michelle: “Dirketzahlungen”, in: Internetseite Schweizer Bauernverband, 2021, URL: https://www.sbv-usp.ch/de/schlagworte/direktzahlungen/ , Abruf 28.11.2021

 

–        Kommunikation ESTV, Webteam ESTV: “Aktuelle Schweizer Mehrwertsteuersätze (seit 1.1.2018)” in: Internetseite Eidgenössische Steuerverwaltung, 02.11.2021, URL: https://www.estv.admin.ch/estv/de/home/mehrwertsteuer/mwst-steuersaetze.html , Abruf am 28.11.2018

 

–        U.S. Department of Agriculture, in: FoodData Central, URL: https://fdc.nal.usda.gov, Abruf am 29.11.2021.

 

–        The President and Fellows of Harvard College: „The truth about fats: the good, the bad, and the in between“, in: Harvard Health Publishing, 11.12.2019, URL: https://www.health.harvard.edu/staying-healthy/the-truth-about-fats-bad-and-good, Abruf am 29.11.2021.

 

–        Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BLV, in Die Schweizer Nährwertdatenbank, URL: https://naehrwertdaten.ch/, Abruf am 29.11.2021.

 

–        Kubala, Jillian: „5 Ways That Drinking Milk Can Improve Your Health“, in: Healthline, 18.3.2019, URL: https://www.healthline.com/nutrition/milk-benefits, Abruf am 29.11.2021.

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